Es war 22:47 an einem verregneten Dienstag im November, und ich hatte einen Heißhunger auf etwas, das ich nicht genau benennen konnte. Nicht auf Pizza, nicht auf Schokolade – sondern auf dieses eine Gefühl von Wärme, das nur stundenlang geschmortes Fleisch mit süß-säuerlichem Rotkohl und butterweichen Klößen hervorruft. Das Problem? Eine ganze Martinsgans war nicht im Kühlschrank, und ehrlich gesagt hatte ich auch keine Lust, bis Mitternacht einen Vogel zu braten. Aber ich hatte Hähnchenkeulen – gute, dicke, mit Haut – und eine Flasche Rotwein, die schon länger im Schrank stand als mir lieb war. Und dann kam mir die Idee: Warum nicht die Seele der Martinsgans nehmen, aber auf Keulen runterbrechen? So entstand dieses Rezept, das ich heute mit dir teile. Es ist nicht die traditionelle Gans von Oma – es ist besser für einen Dienstagabend, an dem die Sehnsucht nach Herbstgemütlichkeit einfach nicht warten will.
Die knusprige Haut, das zarte Fleisch, das sich fast von selbst vom Knochen löst – und dazu der Rotkohl, der stundenlang vor sich hin köchelt, bis er fast karamellisiert ist. Ich hab an dem Abend meine Küche verwüstet, die Spüle sah aus wie ein Schlachtfeld, aber als ich dann mit der Gabel in diese Keule stach und die Haut hörbar knirschte, wusste ich: Das bleibt. Vielleicht kennst du das ja – dieses Gefühl, wenn ein Rezept einfach richtig ist, obwohl du improvisiert hast. Genau das ist diese Martinsgans-Variante für mich geworden. Sie schmeckt nach Novemberabenden, nach Kerzenschein und dem ersten Glühwein der Saison. Und das Beste? Du brauchst keinen ganzen Vogel und keinen stundenlangen Bratvorgang. Nur ein paar gute Keulen, etwas Geduld und die Lust auf ein Gericht, das dich von innen wärmt.
Warum du dieses Rezept lieben wirst
Diese Martinsgans mit Rotkohl und Klößen ist nicht einfach nur ein weiteres Herbstrezept. Sie ist der Beweis, dass man auch ohne stundenlange Vorbereitung ein Festmahl auf den Tisch bringen kann, das nach Sonntag bei Oma schmeckt. Ich habe dieses Rezept über mehrere Jahre perfektioniert – angefangen mit ganzen Gänsen, die mir im Ofen fast verbrannt sind, bis hin zu dieser genialen Keulen-Variante, die einfach immer gelingt.
- Schnell & einfach: In unter 2 Stunden hast du ein Gericht, das aussieht, als hättest du den ganzen Tag gekocht. Perfekt für einen gemütlichen Abend unter der Woche oder wenn am Wochenende plötzlich Gäste kommen.
- Zutaten aus dem Supermarkt: Keine Jagd nach exotischen Gewürzen oder teuren Spezialitäten. Alles bekommst du im gut sortierten Supermarkt um die Ecke. Sogar den Rotkohl – ich nehme oft fertig geschnittenen, weil das Leben zu kurz ist für Schnibbelei.
- Perfekt für Martinsabend: Ob du den Namenstag feierst oder einfach nur Lust auf ein herbstliches Soulfood hast – dieses Gericht trifft genau den richtigen Ton. Es ist festlich genug für Gäste, aber entspannt genug für einen normalen Abend.
- Garantiert knusprig: Ich verrate dir den Trick, wie die Haut wirklich knusprig wird – kein weiches, schwabbeliges Zeug, sondern echtes Crackling, das beim Reinbeißen bricht. Das hat mich einige Fehlversuche gekostet, aber jetzt hab ich den Dreh raus.
- Unwiderstehlich lecker: Die Kombination aus würzigem Fleisch, süß-saurem Rotkohl und fluffigen Klößen ist einfach unschlagbar. Jeder Bissen ist wie eine kleine Umarmung von innen.
Was dieses Rezept von anderen unterscheidet? Es ist die Methode. Statt die Keulen einfach in den Ofen zu werfen, wird die Haut zuerst knusprig angebraten und dann im Ofen langsam fertig gegart. So bleibt das Fleisch saftig und die Haut wird perfekt knusprig – kein Austrocknen, kein Enttäuschen. Und der Rotkohl? Der bekommt einen Schuss Orangensaft und Nelken, die ihm eine ganz besondere Tiefe verleihen. Ich sag dir, das ist nicht irgendein Rotkohl – das ist der Rotkohl, der dich fragen lässt, warum du nie vorher so gekocht hast.
Welche Zutaten du brauchst
Für dieses Rezept verwendest du einfache, aber sorgfältig ausgewählte Zutaten, die zusammen ein Geschmackserlebnis schaffen, das weit mehr ist als die Summe seiner Teile. Die meisten Zutaten hast du wahrscheinlich schon zu Hause – bis auf die Gänsekeulen vielleicht, aber die bekommst du in der Saison bei jedem guten Metzger oder sogar im Kühlregal.
Für die knusprigen Keulen
- 4 Gänsekeulen (ca. 1,2-1,5 kg) – Achte darauf, dass die Haut nicht eingerissen ist. Ich kaufe sie am liebsten beim Bauern um die Ecke, aber die aus dem Supermarkt tun es auch. Wichtig: Sie sollten Zimmertemperatur haben, bevor sie in den Ofen kommen.
- 2 TL Salz – Ich nehme grobes Meersalz, weil es sich besser verteilt und die Haut schön knusprig macht.
- 1 TL Pfeffer – Frisch gemahlen, versteht sich. Der Unterschied zu gemahlenem Pfeffer aus der Tüte ist enorm.
- 1 EL getrockneter Majoran – Das ist das geheime Gewürz, das der Gans diese typisch deutsche Note gibt. Wenn du keinen Majoran hast, nimm Thymian – aber Majoran ist besser.
- 2 Zweige frischer Rosmarin – Die kommen mit in die Pfanne und geben ihr Aroma ans Fett ab. Einfach himmlisch.
- 3 Zehen Knoblauch – Angedrückt, nicht gehackt. Sie dürfen im Ofen mitbraten und werden so butterweich und süß.
- 1 EL Gänseschmalz oder Butterschmalz – Zum Anbraten. Gänseschmalz bekommst du beim Metzger, aber Butterschmalz tut es auch.
Für den Rotkohl

- 1 Kopf Rotkohl (ca. 800 g) – Oder 2 Packungen fertig geschnittenen aus dem Kühlregal. Ich gestehe: Ich nehme oft den fertigen, weil das Schneiden von Rotkohl einfach nervt. Aber wenn du Zeit hast, mach ihn frisch – der Biss ist einfach besser.
- 2 Äpfel (z.B. Boskoop) – Die Säure der Äpfel balanciert die Süße des Kohls perfekt aus. Boskoop ist ideal, aber jeder säuerliche Apfel tut es.
- 1 Zwiebel – Eine mittelgroße, fein gewürfelt. Sie gibt die Basis für das Aroma.
- 3 EL brauner Zucker – Für die Karamellisierung. Du kannst auch Honig nehmen, aber Zucker karamellisiert besser.
- 100 ml Orangensaft – Frisch gepresst oder aus der Flasche. Der Orangensaft ist mein Trick für einen besonders aromatischen Rotkohl.
- 100 ml Rotwein – Einen, den du auch trinken würdest. Der Wein gibt Tiefe und Farbe.
- 3 Nelken – Sie stecken während des Kochens im Kohl und geben ihr würziges Aroma ab. Vergiss nicht, sie vor dem Servieren zu entfernen!
- 2 Lorbeerblätter – Für die klassische Note. Sie werden vor dem Servieren entfernt.
- Salz und Pfeffer – Nach Geschmack.
- 2 EL Butter – Zum Andünsten. Butter und Rotkohl – das ist einfach eine Liebesgeschichte.
Für die Klöße
- 1 Packung Semmelknödel (oder 500 g Semmelwürfel) – Ich nehme oft die fertige Mischung von Pfanni, weil sie einfach immer gelingt. Aber selbstgemachte sind natürlich besser.
- 250 ml Milch (warm) – Die Milch macht die Klöße schön fluffig.
- 2 Eier – Sie binden die Masse.
- 1 Zwiebel – Fein gewürfelt und in Butter goldbraun angeschwitzt.
- 2 EL frische Petersilie – Gehackt, für die Farbe und Frische.
- Salz, Pfeffer, Muskat – Die klassische Würze für Klöße.
- Butter zum Braten – Für die Zwiebeln und zum Fertigbraten der Klöße.
Welches Equipment du brauchst
Für dieses Rezept brauchst du keine ausgefallene Küchenausstattung. Ein paar gute Grundausstattungen reichen völlig aus. Ich koche seit Jahren mit dem gleichen gusseisernen Bräter, den ich mal auf dem Flohmarkt gefunden habe – er ist mein treuester Küchenhelfer.
- Großer Bräter oder ofenfeste Pfanne – Die Keulen müssen Platz haben, ohne sich zu berühren. Ein Bräter aus Gusseisen ist ideal, aber eine große Auflaufform tut es auch.
- Schneidebrett und scharfes Messer – Für Gemüse und Kräuter. Ein stumpfes Messer ist gefährlicher als ein scharfes – das hab ich schmerzhaft gelernt.
- Kochtopf für den Rotkohl – Ein mittelgroßer Topf mit Deckel reicht.
- Großer Topf für die Klöße – Die Klöße brauchen Platz zum Schwimmen.
- Küchengarn (optional) – Zum Binden der Keulen, damit sie ihre Form behalten. Nicht zwingend nötig, aber hilfreich.
- Fleischthermometer – Mein absoluter Gamechanger. Kein Rätselraten mehr, ob das Fleisch gar ist. Ich schwöre auf mein digitales Thermometer von ThermoPro.
- Küchenpapier – Zum Trockentupfen der Haut. Das ist der wichtigste Schritt für knusprige Haut.
Zubereitung – Schritt für Schritt
Jetzt geht es ans Eingemachte. Ich zeige dir genau, wie du vorgehst, damit alles perfekt wird. Keine Sorge, es ist einfacher, als du denkst – und der Duft, der sich in deiner Küche ausbreitet, ist die Belohnung für jede Minute Arbeit.
Schritt 1: Die Keulen vorbereiten (15 Minuten)
Nimm die Gänsekeulen aus dem Kühlschrank und lass sie 30 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen. Das ist wichtig, damit sie gleichmäßig garen. Tupfe sie dann gründlich mit Küchenpapier trocken – wirklich gründlich, die Haut muss knochentrocken sein. Das ist der entscheidende Trick für knusprige Haut. Wenn du das nicht machst, wird die Haut nie richtig knusprig, egal wie lange du sie brätst. Reibe die Keulen dann mit Salz, Pfeffer und Majoran ein. Lass sie 10 Minuten ziehen, während du den Ofen vorheizt.
Schritt 2: Den Rotkohl ansetzen (20 Minuten)
Während die Keulen ziehen, kümmerst du dich um den Rotkohl. Schmelze die Butter in einem großen Topf und dünste die fein gewürfelte Zwiebel darin glasig an. Gib den braunen Zucker dazu und lass ihn leicht karamellisieren – das dauert etwa 2 Minuten. Dann kommen die Apfelspalten dazu, die du kurz mitdünstest. Jetzt gibst du den Rotkohl, den Orangensaft, den Rotwein, die Nelken und die Lorbeerblätter in den Topf. Alles gut vermischen, aufkochen lassen und dann bei kleiner Hitze zugedeckt köcheln lassen. Der Rotkohl braucht etwa 45-60 Minuten – je länger, desto besser. Rühre gelegentlich um und gib bei Bedarf etwas Wasser oder Brühe dazu, damit nichts anbrennt.
Schritt 3: Die Keulen anbraten (10 Minuten)
Heize den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vor (160°C Umluft). In deinem Bräter oder einer großen ofenfesten Pfanne erhitzt du das Gänseschmalz bei mittlerer bis hoher Hitze. Die Keulen werden jetzt von allen Seiten kräftig angebraten – zuerst die Hautseite, bis sie goldbraun und knusprig ist. Das dauert etwa 4-5 Minuten pro Seite. Sei geduldig und wende die Keulen erst, wenn sie sich leicht lösen lassen. Wenn sie kleben, sind sie noch nicht fertig. Lege die angebratenen Keulen beiseite und gib den angedrückten Knoblauch und die Rosmarinzweige in den Bräter.
Schritt 4: Im Ofen garen (45-60 Minuten)
Lege die Keulen mit der Hautseite nach oben zurück in den Bräter. Gib etwa 100 ml Wasser oder Brühe dazu – das verhindert, dass der Bratensatz anbrennt. Schiebe den Bräter in den Ofen und lass die Keulen 45-60 Minuten garen. Nach 30 Minuten kannst du die Keulen einmal mit dem Bratensaft übergießen – das hält sie schön saftig. Die Kerntemperatur sollte 80-85°C betragen. Wenn du kein Thermometer hast, kannst du testen, ob sich das Fleisch leicht vom Knochen löst. Das ist ein sicheres Zeichen.
Schritt 5: Die Klöße zubereiten (20 Minuten)
Während die Keulen im Ofen sind, bereitest du die Klöße zu. Wenn du fertige Mischung nimmst, folge einfach der Packungsanleitung. Für selbstgemachte Klöße weichst du die Semmelwürfel in warmer Milch ein. In der Zwischenzeit schwitzst du die fein gewürfelte Zwiebel in Butter goldbraun an. Gib die Zwiebeln, Eier, Petersilie, Salz, Pfeffer und frisch geriebene Muskatnuss zu den Semmelwürfeln und vermische alles gut. Forme mit feuchten Händen gleichmäßige Klöße – etwa 8 Stück. In einem großen Topf mit kochendem Salzwasser lässt du sie 15-20 Minuten bei schwacher Hitze ziehen. Sie sind fertig, wenn sie an die Oberfläche steigen. Heb sie vorsichtig mit einem Schaumlöffel heraus und lass sie kurz abtropfen.
Schritt 6: Finale und Anrichten (10 Minuten)
Nimm die Keulen aus dem Ofen und lass sie 5 Minuten ruhen. In der Zwischenzeit kannst du den Bratensaft durch ein Sieb gießen und mit etwas Speisestärke binden, wenn du eine Sauce möchtest. Ich persönlich mag den puren Bratensaft lieber – er ist konzentriert und voller Geschmack. Schmecke den Rotkohl ab und entferne die Nelken und Lorbeerblätter. Jetzt wird angerichtet: Ein Klecks Rotkohl auf den Teller, daneben zwei Klöße, darauf die knusprige Keule und alles mit etwas Bratensaft beträufeln. Fertig ist dein Martinsessen!
Kochtipps & Techniken
Ich hab bei diesem Rezept so einige Fehler gemacht, bevor es perfekt war. Die ersten Male war die Haut nicht knusprig, der Rotkohl zu wässrig, die Klöße sind zerfallen. Aber aus Fehlern lernt man ja bekanntlich. Hier sind meine besten Tipps, damit dir das nicht passiert.
Der wichtigste Tipp überhaupt: Die Haut der Keulen muss wirklich trocken sein, bevor sie in die Pfanne kommt. Ich tupfe sie nicht nur ab, sondern lasse sie nach dem Würzen noch 15 Minuten an der Luft trocknen. Das macht einen riesigen Unterschied. Wenn du Zeit hast, lass die Keulen sogar über Nacht offen im Kühlschrank trocknen – das ist der Profi-Trick für ultraknusprige Haut.
Nicht zu heiß anbraten: Viele denken, je heißer, desto knuspriger. Aber wenn das Fett raucht, verbrennt die Haut, bevor sie innen gar ist. Mittelhohe Hitze ist ideal. Und wende die Keulen nicht zu früh – wenn sie sich leicht lösen lassen, sind sie bereit. Sonst reißt die Haut ein.
Der Rotkohl-Geheimtipp: Gib einen Schuss Orangensaft dazu – das klingt ungewöhnlich, aber die Süße und Säure der Orange harmoniert perfekt mit dem Rotkohl und den Nelken. Ich hab das mal aus Verzweiflung gemacht, weil ich keinen Apfelessig hatte, und es war eine Offenbarung. Seitdem mach ich es immer so.
Klöße richtig garen: Die Klöße dürfen nicht im kochenden Wasser schwimmen, sondern nur ziehen. Wenn das Wasser sprudelnd kocht, fallen sie auseinander. Stell die Hitze runter, sobald die Klöße im Wasser sind, und lass sie bei sanfter Hitze gar ziehen. Und feuchte Hände sind Gold wert beim Formen – dann klebt der Teig nicht.
Multitasking ist alles: Fang mit dem Rotkohl an, der braucht am längsten. Während er köchelt, bereitest du die Keulen vor und brätst sie an. Wenn die Keulen im Ofen sind, machst du die Klöße. So ist alles gleichzeitig fertig, und du hast keinen Stress.
Variationen & Anpassungen
Dieses Rezept ist wunderbar anpassbar. Ich hab es schon für verschiedene Anlässe und Ernährungsweisen abgewandelt, und es funktioniert immer. Hier sind ein paar Ideen, die du ausprobieren kannst.
Vegetarische Variante: Statt Gänsekeulen nimmst du dicke Scheiben Ofenkürbis (z.B. Hokkaido) oder große Portobello-Pilze. Die werden genauso mariniert und gebraten – die Aromen passen auch ohne Fleisch perfekt. Dazu etwas mehr Rotkohl und Klöße, und du hast ein vegetarisches Festmahl.
Glutenfreie Klöße: Ersetze die Semmelwürfel einfach durch glutenfreie Alternative aus dem Reformhaus oder mach Klöße aus Kartoffelteig. Dafür kochst du Kartoffeln, stampfst sie und mischst sie mit etwas Kartoffelstärke, Salz und Muskat. Das ist zwar mehr Arbeit, aber die Mühe lohnt sich.
Weniger süß: Wenn du es herzhafter magst, reduziere den Zucker im Rotkohl auf 1 EL und gib stattdessen einen Schuss Balsamico-Essig dazu. Das gibt eine schöne Säure, die den Kohl frischer schmecken lässt. Ich mach das manchmal, wenn ich Lust auf eine weniger süße Variante habe.
Andere Gewürze: Statt Majoran kannst du auch Thymian oder Wacholderbeeren verwenden. Wacholderbeeren passen besonders gut zu Wild und geben der Gans eine leicht harzige Note. Zerstoße sie vorher im Mörser, damit sie ihr Aroma entfalten.
Schnellere Version: Wenn es mal wirklich schnell gehen muss, nimm fertigen Rotkohl aus dem Glas (den erwärmst du nur mit den Äpfeln und etwas Orangensaft) und fertige Klöße aus der Kühltheke. Die Keulen brätst du dann nur 30 Minuten im Ofen – nicht so perfekt, aber immer noch lecker. Ich hab das schon gemacht, als überraschend Gäste kamen, und es hat allen geschmeckt.
Servieren & Aufbewahren
Dieses Gericht schmeckt am besten frisch, direkt aus dem Ofen. Aber es gibt ein paar Tricks, wie du es perfekt servierst und Reste optimal nutzt.
Servieren: Die Keulen sollten heiß serviert werden – die Haut ist dann am knusprigsten. Ich richte auf vorgewärmten Tellern an, damit nichts zu schnell abkühlt. Ein Klecks Rotkohl, zwei Klöße daneben, die Keule darauf und alles mit etwas Bratensaft beträufeln. Dazu passt ein kräftiger Rotwein – ein Spätburgunder oder ein Dornfelder sind ideal. Für ein komplettes Menü serviere ich vorher eine Kürbissuppe und zum Nachtisch einen Apfelstrudel. Aber ehrlich, die Gans ist der Star.
Aufbewahren: Übrig gebliebene Keulen kannst du im Kühlschrank 2-3 Tage aufbewahren. Wickel sie in Alufolie oder leg sie in eine verschließbare Dose. Der Rotkohl hält sich sogar 4-5 Tage und schmeckt aufgewärmt oft noch besser, weil die Aromen durchziehen. Die Klöße werden am nächsten Tag etwas fester, aber sie sind immer noch lecker.
Einfrieren: Du kannst die Keulen und den Rotkohl problemlos einfrieren. Wickel die Keulen einzeln in Frischhaltefolie und dann in Gefrierbeutel – so halten sie sich 3 Monate. Den Rotkohl füllst du in Gefrierdosen. Zum Auftauen lass beides über Nacht im Kühlschrank auftauen. Die Klöße solltest du nicht einfrieren – sie werden matschig. Mach lieber frische, wenn du die Reste isst.
Reheating: Die Keulen werden im Ofen bei 150°C etwa 15-20 Minuten aufgewärmt – so wird die Haut wieder knusprig. In der Mikrowelle wird sie leider weich, also nimm den Ofen. Den Rotkohl erwärmst du einfach im Topf bei mittlerer Hitze. Die Klöße kommen für 5 Minuten in kochendes Wasser oder werden in Butter in der Pfanne gebraten – das gibt ihnen eine schöne Kruste.
Flavour-Entwicklung: Der Rotkohl schmeckt am zweiten oder dritten Tag oft noch besser, weil die Gewürze Zeit hatten, sich zu verbinden. Ich mach manchmal die doppelte Menge Rotkohl und friere die Hälfte ein – so hab ich immer eine Basis für ein schnelles Abendessen. Die Keulen sind frisch am besten, aber auch am nächsten Tag noch ein Genuss.
Nährwertangaben & gesundheitliche Vorteile
Eine Portion (1 Keule mit Rotkohl und 2 Klößen) enthält etwa 750-850 Kalorien. Das klingt viel, aber bedenke: Das ist ein Festtagsgericht, kein Diätessen. Und es steckt voller guter Nährstoffe.
Gänsefleisch ist reich an Proteinen und liefert wichtige B-Vitamine, besonders B12, das für die Blutbildung und das Nervensystem wichtig ist. Es enthält auch Zink und Eisen – perfekt für die kalte Jahreszeit, wenn dein Immunsystem Unterstützung braucht.
Rotkohl ist ein echtes Superfood. Er steckt voller Vitamin C, Vitamin K und Ballaststoffe. Die enthaltenen Anthocyane (die Farbstoffe, die den Kohl rot färben) wirken entzündungshemmend und antioxidativ. Außerdem ist Rotkohl kalorienarm – die meiste Energie kommt von den Äpfeln und dem Zucker.
Klöße liefern Kohlenhydrate für Energie. Wenn du sie aus Vollkornbrot machst, enthalten sie mehr Ballaststoffe und halten länger satt. Die Butter und Milch geben Kalzium und Fett – in Maßen genossen ist das kein Problem.
Allergene: Dieses Gericht enthält Gluten (in den Klößen), Milchprodukte (Butter, Milch) und Eier. Für eine glutenfreie Variante ersetze die Klöße wie oben beschrieben. Wer auf Laktose reagiert, kann laktosefreie Milch und Butter verwenden.
Meine Perspektive: Ich sehe dieses Gericht nicht als Kalorienbombe, sondern als nährstoffreiches Festmahl, das Körper und Seele wärmt. Die Kombination aus Eiweiß, gesunden Fetten, komplexen Kohlenhydraten und Vitaminen macht es zu einer ausgewogenen Mahlzeit für besondere Anlässe. Genieß es mit gutem Gewissen – und wenn du am nächsten Tag eine Stunde spazieren gehst, ist alles wieder im Lot.
Fazit
Diese Martinsgans mit Rotkohl und Klößen ist mehr als nur ein Rezept. Sie ist eine Einladung, den Herbst mit allen Sinnen zu genießen – mit dem Duft von Gewürzen in der Küche, der Wärme des Ofens und dem Geschmack von Kindheitserinnerungen. Ich liebe dieses Gericht, weil es mich daran erinnert, dass gutes Essen nicht kompliziert sein muss. Es braucht nur ein paar gute Zutaten, etwas Zeit und die Bereitschaft, sich auf den Moment einzulassen.
Probier es aus – und mach es zu deinem. Ändere die Gewürze, probier andere Beilagen, lass die Keulen länger im Ofen, wenn du knusprigere Haut magst. Dieses Rezept ist ein Rahmen, den du mit deinen eigenen Vorlieben füllen kannst. Und wenn du es gemacht hast, schreib mir in den Kommentaren, wie es war. Ich bin gespannt auf deine Version – ob mit Orangensaft im Rotkohl, mit selbstgemachten Klößen oder mit einer ganz eigenen Idee. Denn das ist das Schöne am Kochen: Es verbindet uns, auch wenn wir in verschiedenen Küchen stehen.
Also, ran an die Töpfe! Der November wartet nicht, und deine Gans auch nicht. Ich wünsch dir einen wundervollen Martinsabend – lass es dir schmecken!
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Kann ich statt Gänsekeulen auch Hähnchenkeulen verwenden?
Ja, absolut! Hähnchenkeulen sind eine günstigere und schnellere Alternative. Die Garzeit verkürzt sich auf etwa 35-45 Minuten bei gleicher Temperatur. Der Geschmack ist etwas milder, aber mit den gleichen Gewürzen trotzdem sehr lecker. Ich mach das oft unter der Woche, wenn die Lust auf Martinsgans größer ist als die Zeit.
Wie bekomme ich die Haut wirklich knusprig?
Der wichtigste Schritt ist das Trockentupfen der Haut vor dem Würzen. Die Haut muss wirklich trocken sein – ich tupfe sie sogar zweimal ab. Dann gut salzen und an der Luft trocknen lassen. Beim Anbraten nicht zu früh wenden – die Haut muss richtig Farbe bekommen. Und im Ofen nicht mit Flüssigkeit begießen, sonst wird sie weich. Wenn du magst, kannst du die Keulen die letzten 5 Minuten bei 200°C grillen – das gibt extra Crunch.
Kann ich den Rotkohl am Vortag zubereiten?
Ja, und das ist sogar empfehlenswert! Rotkohl schmeckt aufgewärmt oft besser, weil die Aromen Zeit haben, sich zu verbinden. Bereite ihn einfach am Vortag zu, lass ihn abkühlen und stell ihn in den Kühlschrank. Am nächsten Tag erwärmst du ihn langsam bei kleiner Hitze. Das spart Zeit und der Kohl wird noch aromatischer.
Was mache ich, wenn die Klöße auseinanderfallen?
Das passiert meistens, wenn der Teig zu feucht ist oder die Klöße im kochenden Wasser gegart werden. Stell die Hitze runter – die Klöße sollen nur ziehen, nicht kochen. Wenn der Teig zu feucht ist, gib etwas mehr Semmelbrösel dazu. Und form die Klöße mit feuchten Händen – so klebt der Teig nicht und die Klöße werden schön rund.
Kann ich dieses Gericht einfrieren?
Ja, aber nicht alles gleich gut. Die Keulen und der Rotkohl lassen sich problemlos einfrieren – die Keulen einzeln in Frischhaltefolie gewickelt, den Rotkohl in Gefrierdosen. Die Klöße solltest du nicht einfrieren, sie werden matschig. Mach lieber frische Klöße, wenn du die Reste isst. Zum Auftauen lass alles über Nacht im Kühlschrank auftauen und erwärme es dann im Ofen oder Topf.
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Martinsgans mit Rotkohl und Klößen: Bestes Rezept für knusprige Keulen
Ein herbstliches Festmahl mit knusprigen Gänsekeulen, süß-saurem Rotkohl und fluffigen Klößen – perfekt für den Martinsabend oder einen gemütlichen Abend unter der Woche.
- Prep Time: 30 Minuten
- Cook Time: 1 Stunde 30 Minuten
- Total Time: 2 Stunden
- Yield: 4 Portionen 1x
- Category: Hauptgericht
- Cuisine: Deutsch
Ingredients
- 4 Gänsekeulen (ca. 1,2-1,5 kg)
- 2 TL Salz
- 1 TL Pfeffer
- 1 EL getrockneter Majoran
- 2 Zweige frischer Rosmarin
- 3 Zehen Knoblauch
- 1 EL Gänseschmalz oder Butterschmalz
- 1 Kopf Rotkohl (ca. 800 g)
- 2 Äpfel (z.B. Boskoop)
- 1 Zwiebel
- 3 EL brauner Zucker
- 100 ml Orangensaft
- 100 ml Rotwein
- 3 Nelken
- 2 Lorbeerblätter
- Salz und Pfeffer nach Geschmack
- 2 EL Butter
- 1 Packung Semmelknödel (oder 500 g Semmelwürfel)
- 250 ml Milch (warm)
- 2 Eier
- 1 Zwiebel (für die Klöße)
- 2 EL frische Petersilie
- Salz, Pfeffer, Muskat nach Geschmack
- Butter zum Braten
Instructions
- Die Gänsekeulen aus dem Kühlschrank nehmen und 30 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen lassen. Mit Küchenpapier gründlich trocken tupfen. Mit Salz, Pfeffer und Majoran einreiben und 10 Minuten ziehen lassen.
- Für den Rotkohl die Butter in einem großen Topf schmelzen und die fein gewürfelte Zwiebel darin glasig dünsten. Braunen Zucker zugeben und leicht karamellisieren lassen (ca. 2 Minuten). Apfelspalten zugeben und kurz mitdünsten. Rotkohl, Orangensaft, Rotwein, Nelken und Lorbeerblätter zugeben. Aufkochen und bei kleiner Hitze zugedeckt 45-60 Minuten köcheln lassen.
- Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze (160°C Umluft) vorheizen. In einem Bräter oder einer ofenfesten Pfanne das Gänseschmalz bei mittlerer bis hoher Hitze erhitzen. Die Keulen von allen Seiten kräftig anbraten, zuerst die Hautseite 4-5 Minuten pro Seite, bis sie goldbraun und knusprig sind. Die angebratenen Keulen beiseitelegen, Knoblauch und Rosmarin in den Bräter geben.
- Die Keulen mit der Hautseite nach oben zurück in den Bräter legen. 100 ml Wasser oder Brühe zugeben. Im Ofen 45-60 Minuten garen, nach 30 Minuten mit Bratensaft übergießen. Kerntemperatur sollte 80-85°C betragen.
- Während die Keulen im Ofen sind, die Klöße zubereiten: Für selbstgemachte Klöße die Semmelwürfel in warmer Milch einweichen. Die Zwiebel in Butter goldbraun anschwitzen. Zwiebeln, Eier, Petersilie, Salz, Pfeffer und Muskat zu den Semmelwürfeln geben und gut vermischen. Mit feuchten Händen 8 gleichmäßige Klöße formen. In kochendem Salzwasser bei schwacher Hitze 15-20 Minuten ziehen lassen, bis sie an die Oberfläche steigen.
- Die Keulen aus dem Ofen nehmen und 5 Minuten ruhen lassen. Den Bratensaft durch ein Sieb gießen (optional mit Speisestärke binden). Nelken und Lorbeerblätter aus dem Rotkohl entfernen. Rotkohl abschmecken. Anrichten: Rotkohl auf Teller, daneben zwei Klöße, darauf die Keule, mit Bratensaft beträufeln.
Notes
Die Haut der Keulen muss vor dem Braten wirklich trocken sein – am besten 15 Minuten an der Luft trocknen lassen oder über Nacht offen im Kühlschrank. Den Rotkohl am Vortag zubereiten, dann schmeckt er noch aromatischer. Klöße nur ziehen, nicht kochen, sonst fallen sie auseinander.
Nutrition
- Serving Size: 1 Keule mit Rotkohl
- Calories: 800
- Sugar: 25
- Sodium: 1200
- Fat: 45
- Saturated Fat: 15
- Carbohydrates: 55
- Fiber: 8
- Protein: 40
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